Der Perimeter ist länger, als der Zaun vermuten lässt.

Amtliches Luftbild einer Industrieanlage, Ausschnitt Luftbild: © Geobasis NRW, dl-de/zero-2.0

Amtliches Orthophoto, Ausschnitt ohne Standortangabe. Luftbild: © Geobasis NRW, Datenlizenz Deutschland – Zero – 2.0.

Wer eine Anlage angreifen will, fährt nicht zuerst hin. Er schaut sie sich von oben an. Amtliche Luftbilder mit 20 Zentimetern Bodenauflösung sind in den meisten Bundesländern frei verfügbar. Sie zeigen Zäune, Tore, Zufahrten, Freiflächen und Nachbarn. Wir nutzen dieselben Bilder, nur mit dem umgekehrten Ziel.

Das Erste, was wir suchen, ist nicht der Zaun, sondern das, was hinter ihm liegt. Eine Bahntrasse, ein Kanal, eine Brachfläche, ein Waldstück. Solche Nachbarn haben kein Interesse an Ihrem Gelände und keine Kamera darauf. Dort ist der Perimeter am längsten und am wenigsten beobachtet.

Das Zweite sind die Übergänge. Wo endet der befestigte Bereich, wo beginnt Bewuchs? Wo steht ein Container, ein Trafo, ein Lager direkt an der Grundstücksgrenze? Jede Stelle, an der jemand von außen etwas erreichen kann, ohne das Gelände zu betreten, ist eine Stelle, die wir notieren.

Das Dritte ist die Beleuchtung, auch wenn sie im Luftbild nicht zu sehen ist. Wir markieren, welche Abschnitte nachts wahrscheinlich dunkel sind: lange Zaunlinien ohne Gebäude, Rückseiten, Flächen an Gewässern. Das prüfen wir später vor Ort.

Was wir aus dem Luftbild nicht sagen können: ob ein Zaun intakt ist, ob ein Tor geschlossen bleibt, ob jemand hinschaut. Dafür braucht es die Begehung. Das Luftbild sagt uns, wo wir zuerst hinschauen.